Ho Chi Minh Stadt, Saigon, Vietnam

Was bleibt, Saigon?

veröffentlicht 21. Jan. 2017 | Kategorien Asien, fotografieren, Vietnam

Eine kurze Geschichte des Vorankommens in Ho Chi Minh Stadt

Jede Stadt hinterlässt eine Erinnerung, einen Eindruck und ein Bild. Ich musste lange auf den Eindruck von Ho Chi Minh Stadt warten. Nachdem Hanoi den Charme des Gestrigen, den Geruch des Postkommunismus und der einfachen Symbolik hinterlässt, bin ich auf Saigon gespannt. Ist es die Architektur, sind es die Menschen oder bestimmte Plätze?

Es hat lange gedauert. Immer wieder blitzt etwas auf, das Postamt zum Beispiel, doch unmittelbar wird die Illusion der wunderbaren französichen Architektur mit der hektischen Flut und Unruhe der Besucher weggeschwemmt. Und genau dies ist das Bild, welches dann bleibt. Es ist die Hektik, die Unruhe.

Sei es in dem Schritt der Walker, welche auf grünen Inseln in der Stadt Ihrem Sport nachgehen. Oder in den unaufhörlich blinkenden Leuchtreklamen, die auf „Massage“ und „Spa“, andernorts auf „Shoes“ oder „Clothes“ getauft wurden. Oder in dem Pulsschlag der Stadt, angetrieben durch einer Unzahl von Motoren. Die Flut von Blech, Helmen und Lichtern, in der als Fussgänger nur eine Berechtigung hat, welcher die Regeln kennt. Es ist die fliessende Hektik dieser Stadt, aber keine der unangenehmen Art.

Die Regeln

Würden die Verkehrsregeln aus Deutschland in Vietnam angewandt, der Verkehr käme unmittelbar zum Erliegen. Hier herrscht keine Aggressivität, es herrscht ein subtiles Miteinander. Da der Wunsch eines jeden Unterwegsseienden gleich ist, möglichst schnell, sicher und komfortabel von A nach B zu gelangen, ergibt sich die Idee des gemeinsamen Lösens. Es herrscht eine imaginäre soziale Verbundenheit, eine unwirkliche Achtsamkeit Anderen gegenüber und eine Interaktion nach links und rechts, die in Deutschland nicht zustande kommen würde.

Auch in Vietnam gilt das Recht des Stärkeren. Lastkraftwagen vor Bus vor Auto vor Moped vor Fahrrad vor Fussgänger. Jeder hält sich an die Regel und achtet in seinem Verkehrsmittelverbund auf den Nachbar und interagiert mit ihm. Dies geht sogar mit Mundschutz sehr gut.

Als Fussgänger hast du, da du ganz unten in der Verkehrsnahrungskette stehst, nur eine Chance. Hinein und durch, im gleichen Tempo, im gleichen Rhythmus und mit dem nötigen Mut. Am Ende entdeckst du den Spaß und siehst den Sport in dieser Verkehrshektik.

Aber Saigon hat noch mehr Eindrücke und Geschichten zu bieten, als das Miteinander der Verkehrshektik, du findest sie in den Bildern?

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