Ghanzi, Botswana - Kalahari, Nambia

Die Monotonie der Kalahari

veröffentlicht 24. Sep. 2016 | Kategorien Afrika, Botswana, fotografieren, Namibia

Alltag in der Wüste

Auf dem Weg vom Osten Botswanas nach Windhoek erfahre ich die Monotonie der Kalahari ausserhalb der Nationalparks. Hier findet sich die Leere im Alltag, die durch Farbgewalt Abwechslung gewinnt. Häuser, Kleidung, Schilder und Fahrzeuge wirken wie Farbkleckse gegen die Braun- und Ockertöne oder das unentwegte Blau des Himmels. Durch ihre starken Linien setzen sich die Landschaften Botswanas durch und vermitteln ein Gefühl der Monotonie.

Erst im südlichen Namibia finden sich die für diese Gegend typischen Farben von roten Dünen, gelben Gras und einem stahlblauen Himmel. Fotografisch schreien diese gerade danach, genauso wiedergegeben zu werden. Und ich falle natürlich darauf rein.

Die Fahrt in den Süden Namibias gleicht einer Reise in deutsche Vergangenheit. Ortsnamen wie Blumfelde, Mariental, Kirchberg oder Ulenhorst zeugen vom Versuch einer deutschen Besiedlung. Viele der Dörfer sind verfallen und gleichen Geisterorten. Von vielen Häusern sind lediglich Barracken übrig. Nähert man sich dieser Ruinen finden sich hier und da noch Überbleibsel der Vergangenheit. Stofffetzen mit blau weissen Karos. Das deutsche Buch, welches seit Jahrzehnten im Buschwerk vom Wind bearbeitet wird. Glas- und Porzellanscherben, die eindeutig deutscher Manufaktur zuzuordnen sind. Überlebensfähig sind an diesen Orten nur noch Farmen, die durch bewässerte Grünflächen wie grüne Oasen in der ockerfarbenen Landschaft wirken und versuchen, Touristen für eine Übernachtung zu gewinnen.

Luxus in der Monotonie

Mich hat eine Lodge inmitten der Kalahari gewonnen. Bagatelle Kalahari Game Ranch. Ich bin eigentlich vom Campground angezogen worden, der allerdings ausgebucht ist. Und so verbringe ich die vorletzte Nacht im Luxus. Swimmingpool inmitten der Wüste. Dinner in der Boma. Frühstücksbüffet. Hausgazellen mit Gummischlauchhörnern. Gut betuchte, verwöhnte Touristen. Der krasse Gegensatz zu zehn Tagen Dachzelt. Aber nicht minder schön. Die Nacht verbringe ich alleine (!) zum Teil auf dem astronomischen Beobachtungsturm mit einem unendlichen und überwältigendem Sternenhimmel. Ebenfalls alleine bin ich beim morgendlichen Gamedrive. Etwas verwunderlich, denn die Nacht, die Lodge und die Landschaft hat frühes Schlafengehen oder Ausschlafen nicht verdient.

Und schon beim Verlassen von Bagatelle stellt sich unmittelbar Fernweh und der direkte Wunsch der Wiederkehr ein. Und dann tröstet der Besuch von Hardap Dam oder dem Daan Villjoen Game Park bei Windhoek nur wenig.

Der Versuch einer Fotografie von Monotonie im Alltag ausserhalb touristischer Zirkel.

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